Der Gemeinderat hat in einer Sondersitzung am Montagabend einstimmig beschlossen, dem Verkauf der Brückenmühle an einen neuen Eigentümer die sanierungsrechtliche Genehmigung zu versagen. Grund für die Entscheidung ist der vereinbarte Kaufpreis in Höhe von 1,6 Millionen Euro, der den gutachterlich ermittelten Verkehrswert von 940.000 Euro massiv überschreitet.

Die Brückenmühle befindet sich im Sanierungsgebiet „Innenstadt Mitte II“. In einem Sanierungsgebiet unterliegen Immobiliengeschäfte der Genehmigungspflicht. Die entsprechende Vorschrift im Baugesetzbuch zielt darauf ab, Spekulation zu verhindern und sicherzustellen, dass die Sanierungsziele erreicht werden. Ein weit überhöhter Kaufpreis erschwert die Durchführung der Sanierung. Deshalb hatte die Stadtverwaltung bereits bei der regulären Gemeinderatssitzung am 21. März vorgeschlagen, die Genehmigung nicht zu erteilen. Der Tagesordnungspunkt war allerdings vertagt worden, weil der Gemeinderat dem Erwerber zuvor Gelegenheit geben wollte, sich und seine Pläne vorzustellen. Dies tat am Montag der beauftragte Architekt Urban Knapp. Er konnte die Bedenken im Gemeinderat, die sich aus dem Kaufpreis ergeben, nicht ausräumen.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betonte Bürgermeister Julian Christ. Er kündigte an, nun in weitere Gespräche mit dem Eigentümer einzutreten. „Wir alle haben ein Interesse daran, dass die Brückenmühle endlich wieder zu einem Schmuckstück unserer Stadt wird.“

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